Erfolg, ob im Beruf oder Sport, ist keine Eintagsfliege. Oft geht wichtigen Erfolgen ein langer und fordernder Weg der Entwicklung voraus. Wenn auf diesem Weg nicht auf die Balance zwischen Aktivität und Erholung geachtet wird, riskiert man später einen hohen Preis zu zahlen. Gesundheitsprobleme des Bewegungsapparates wie Rückenschmerzen, aber auch Burnout oder ein geschwächtes Immunsystem sind hier nur als Einzelbeispiele aufzuführen.

Warum benötigt der Mensch Erholung? Das Prinzip der funktionellen Anpassung besagt, dass biologische Systeme ein Minimum an Anforderungen benötigen um ihre Funktionstüchtigkeit zu erhalten. Unter dieser Schwelle verliert das System an Leistungsfähigkeit. Höhere Anforderungen bauen ein biologisches System auf, was man leicht an Beispielen wie dem des Bewegungsapparates oder des Intellekts nachzuvollziehen kann. Zu starke Anforderungen zerstören dagegen das biologische System. Die Folgen der Missachtung lassen sich an der Vielzahl der gesundheitlichen Probleme in unserer Gesellschaft ablesen, wie z. B. Burnout, Müdigkeit, häufige grippale Infekte und Rückenschmerzen.

Den Zweck von Erholung definiere ich als Regeneration der körperlichen und mentalen Ressourcen. Nur durch ein bestimmtes Maß an Erholung kann die Leistungsfähigkeit erhalten oder sogar gesteigert werden. Die Alternative ist Raubbau an unseren Ressourcen.

Aktivitäten der Erholung lassen sich in zwei Gruppen einteilen, die der aktiven und die der passiven Erholung.

Als wichtigstes Element der passiven Erholung ist der Schlaf zu betrachten. Im Schlaf werden nicht nur die Erlebnisse des Tages im Gehirn verarbeitet. Man geht heute auch davon aus, dass im Schlaf wichtige Lernprozesse des Tages weitergeführt werden. Im Schlaf werden neue Gehirn- und Wachstumszellen aufgebaut. Es gibt Studien, die Schlafmangel als Ursache eines geschwächten Immunsystems und dadurch erhöhten Infektrisikos belegen. Ungenügender Schlaf scheint sogar die Arterienverkalkung zu fördern und damit Einfluss auf Herzinfarkt und Schlaganfall zu haben. Ein weiterer wichtiger Grund für ausreichenden Schlaf liegt in der liegenden Haltung. Nur hier besteht die Möglichkeit, unsere Bandscheiben gezielt zu entlasten. Sie nehmen während der liegenden Schlafphase wieder an Volumen zu. Weitere Aktivitäten der passiven Erholung sind unter anderem warme Bäder, Massagen, Theater und Oper.

Zum Fernsehen als Element der passiven Erholung möchte ich hier nicht Stellung nehmen.

Aktivitäten der aktiven Erholung sind unter anderem autogenes Training und bewusste Bewegung wie zum Beispiel beim Yoga, Tai Chi und Qi Gong sowie anderen Kampfkünsten. Die Kampfkunst bietet hier eine besonders geeignete Methode. Durch das Training von bewusster Bewegung, bei dem der ganze Körper ausgewogen involviert ist, wird sehr effizient innerhalb der eigenen Grenzen gefordert und gefördert. Es ist nicht der Wettbewerb, sondern die Besinnung auf den eigenen Entwicklungsprozess, die im Mittelpunkt steht. Hierdurch werden gezielt und bewusst der Aufbau und die Stärkung der Gesundheit betrieben. Er betrifft neben dem Bewegungsapparat unter anderem auch das Immunsystem und den Herz-Kreislauf.
Wichtig ist dabei die körperliche und mentale Verfassung am Ende der Aktivität. Nur wenn man sich nach der Aktivität frisch, munter und voller Energie fühlt, kann man von aktiver Erholung sprechen. Zu den Aktivitäten der aktiven Erholung zählen aber auch soziale Aktivitäten. Der Umgang mit anderen Menschen scheint für viele Menschen ein notwendiges Element zur Gesunderhaltung der Psyche zu bedeuten, die Kraft und Energie auch für körperliche Aktivitäten bereitstellt.